Dekanatstag
Dekanatstag im Klostercafé Dinklage am 23.03.2026
Plattdeutsch als Herzenssprache – Heinrich Siefer und die Kraft einer alten Sprache
Für Heinrich Siefer ist Plattdeutsch weit mehr als ein Dialekt. Der kirchliche Beauftragte für Plattdeutsch für das Oldenburger Land nannte es eine Herzenssprache – eine Sprache, die Nähe schafft, Erinnerungen trägt und Menschen unmittelbar erreicht. In seinen Geschichten und Gedichten zeigte er, wie Plattdeutsch Glauben und Alltag miteinander verbindet und wie sehr Sprache Heimat stiften kann.
Warum Plattdeutsch wichtig bleibt
Plattdeutsch ist eine der ältesten Sprachformen im deutschen Raum und seit 1999 als Regionalsprache geschützt. Es bewahrt Traditionen, stärkt die regionale Identität und schafft Gemeinschaft – gerade dort, wo Menschen sich im Glauben begegnen. Plattdeutsche Gottesdienste oder Lesungen wirken oft besonders warm und lebensnah, weil sie die Menschen in ihrer vertrauten Sprache ansprechen.
Ein Blick in die Geschichte
Aus dem Altsächsischen hervorgegangen, war Plattdeutsch im Mittelalter die Sprache der Hanse und damit eine bedeutende Handels- und Amtssprache. Erst mit der Reformation und der Ausbreitung des Hochdeutschen verlor es an Einfluss. Dennoch blieb es über Jahrhunderte die Alltagssprache vieler Menschen im Norden.
Verwandtschaft mit dem Englischen
Plattdeutsch und Englisch sind eng miteinander verwandt. Beide gehören zur nordseegermanischen Sprachgruppe, weshalb viele Wörter ähnlich klingen: Water – water, Hus – house, maken – make. Diese Nähe zeigt, wie weit die Wurzeln des Plattdeutschen reichen und wie sehr es Teil der europäischen Sprachgeschichte ist.
Fazit
Heinrich Siefer hat deutlich gemacht, dass Plattdeutsch eine Sprache ist, die Menschen verbindet – kulturell, emotional und spirituell. Als Herzenssprache bleibt sie ein wertvoller Schatz, den es zu bewahren und weiterzugeben gilt, besonders dort, wo Gemeinschaft gelebt wird.
Warum Platt in der Kirche wirkt:
Es schafft Vertrautheit und senkt Schwelle
Es bringt Lebensnähe in Predigt und Gebet.
Es verbindet Generationen – Großeltern, Eltern und Kinder.
Es stärkt die regionale Identität einer Gemeinde.
Heinrich Siefer hat eindringlich verdeutlicht, dass Platt eine eigenständige Sprache ist und keinesfalls ein minderwertiger Dialekt.
