Landesfrauenwallfahrt
Bei dem Pilgertreffen im Marienwallfahrtsort Bethen erinnerten die Frauen an den Kreuzkampf vor 90 Jahren.
Mehr als 900 Frauen sind am Dienstag, 30. Juni, zur traditionellen Landesfrauenwallfahrt nach Bethen gekommen. Sie pilgerten und beteten, feierten einen großen Open-Air-Gottesdienst und standen anschließend bei Sekt und Imbiss beisammen.
Anlässlich des Kreuzkampfes im Oldenburger Münsterland vor 90 Jahren stand die Veranstaltung unter der Überschrift „Kreuz zeigen, weil Gesellschaft Haltung braucht“. „Wir Frauen sind heute mehr denn je gefordert, für unsere christliche Haltung einzustehen“, betonte Mechtild Pille, Leiterin des Offizialats-Referats (BMO) für Kirchenentwicklung, zur Begrüßung.
Bethen: Pilgerinnen berichten von Kreuz-Geschichten
Zu Beginn des Gottesdienstes zeigten einige Teilnehmerinnen eigene Kreuze und teilten die persönlichen Geschichten dahinter. Die Rede war unter anderem von einem Wegekreuz, das Großeltern aus Dankbarkeit darüber errichtet hatten, dass sie den Zweiten Weltkrieg überlebt hatten. Auch ein Wandkreuz wurde präsentiert: Zur Hochzeit war es von geschenktem Geld der Schwiegermutter gekauft worden. Zwar habe diese damals kritisch angemerkt, dass das Kreuz ruhig etwas größer hätte ausfallen dürfen, doch die Sprecherin betonte: „Es zeigt mir, dass auf meiner Ehe ein guter Segen liegt!“ Eine dritte Frau gab Einblicke in ein Gespräch aus ihrer früheren Tätigkeit im sozialen Dienst eines Altenheims. Eine bettlägerige Bewohnerin habe sie stets voller Freude angestrahlt. Auf die Frage, woher diese Ausstrahlung komme und warum sie trotz ihrer schweren Einschränkungen nicht jammere, habe die Seniorin mit Blick auf das Kruzifix neben ihrem Bett geantwortet: „Das ist meine Tankstelle!“
Zelebrant Pfarrer Michael Heyer erinnerte in seiner Predigt an die tiefe, gemeinschaftsstiftende Bedeutung des Kreuzes als Symbol des Glaubens. Bezugnehmend auf den damaligen Mut der Bevölkerung im Oldenburger Land betonte der Geistliche, dass ein Kreuz weit mehr als ein bloßer Einrichtungsgegenstand sei: „Da steckt eine Haltung dahinter.“
Das Kreuz, ursprünglich ein grausames Folterwerkzeug, sei durch Jesus gewandelt worden – von einem Symbol des Hasses zum größten Symbol der Liebe. Diese Haltung gelte es auch heute aktiv zu bewahren. „Natürlich müssen wir keine Angst haben, dass Soldaten die Kreuze aus unseren Räumen abhängen. Aber es gibt ein Abhängen der Kreuze im Alltag. Dieses Vergessen, dieses Nicht-Würdigen, dieses auch das Leben Jesu vergessen, was alles mit dem Kreuz verbunden ist. Ein Abhängen im Alltag.“, erklärte der Priester aus Emstek.
(Den Text habe ich, etwas geändert, entnommen aus Kirche & Leben, Autor ist Johannes Hörnemann, BMO-Vechta)
Einige Frauen aus Dinklage waren dabei, gutgelaunt machten wir uns auf den Weg mit einem großen Bus, der locker die 1000 Laugenstangen transportieren
konnte. Seit Corona werden diese Laugenstangen beim Zusammensein angeboten, die die Bäckerei Heitmann extra dafür backt und die wir jedes Jahr mitnehmen.